Kunstpreis 2015

 

 
ANETT FRONTZEK (Einzelausstellung)

Wir alle greifen tagtäglich auf Systeme zurück, die uns bei der räumlichen Orientierung behilflich sind. Jeder von uns verfügt über so genannte Mental Maps – räumliche und geografische Vorstellungen, die vor unserem geistigen Auge entstehen und derer wir uns bei der Organisation des Raums und der Bewegung im Raum bedienen. Ihren materiellen Ausdruck findet unsere Raumorganisation in Stadtplänen, Vermessungskarten oder Grundrissen, aber auch Wetterkarten, Seekarten* oder Navigationshilfen wie GPS. Eine wesentliche Rolle bei der Interpretation von Karten und Plänen spielt ihre Historizität. Man könnte sie auch als rhetorische Bilder bezeichnen, die nach bestimmten zeitbedingten Codes entstehen. Karten, Pläne und Grundrisse sind nicht das Abbild einer gegebenen Wirklichkeit, sondern legen vielmehr deren Konstruktion offen. Sie repräsentieren bestimmte Sicht-Weisen der Welt, die wir gewohnt sind und deshalb bewusst gar nicht mehr wahrnehmen.

(Barbara Heinrich)

 
 

 
JULIUS STAHL (Preisträger Hauptpreis)

Im Zentrum meiner Arbeit steht die Auseinandersetzung mit elementaren Phänomenen der Wahrnehmung und Beziehungen zwischen Sehen und Hören. Interferenzen von Sinnesräumen, zwischen Sicht- und Hörbarem, ausgehend von Resonation. Obwohl Klang den Ausgangspunkt bildet, sind nicht alle Arbeiten hörbar. Vielmehr geht es um die Vorstellung von Klang als Bewegung und damit einer elementaren Bedingung für Wahrnehmung selbst. Klang als Bewegung zwischen Auditivem und Visuellem – als Oszillation zwischen den Sinnen. Die Arbeiten zeigen Verhältnisse akustischer und visueller Räumlichkeit. Objekt und Klang sind dabei untrennbar miteinander verbunden.
Die Objekte bestimmen durch ihre resonanten Eigenschaften den Klang und dessen Erscheinung.

 
 

 
NICOLA GÖRDES & STELLA ROSSIÉ (Preisträgerinnen Förderpreis)

Von der Eröffnung einer imaginären Supbar, in der über Buchstabennudeln verhandelt wird, über einen Nachtclub namens „KOMET“, bis hin zu einem Ausflug in die Autoindustrie, erzählen Nicola Gördes und Stella Rossié von Orten in ihrer Blüte bis zum unvermeidlichen Ende. Schlichte Arbeitsabläufe, mehr oder weniger komplexe Hierarchien und das Business als solches tauchen immer wieder auf. „This is Not“ wurde im Sommer 2014 kurz vor der endgültigen Schließung des Opelwerkes in Bochum gedreht. Der Film greift die Stimmung der Stadt auf und erzählt die Geschichte von Regi, der vor einem ähnlichen Desaster steht. Alle Projekte wurden von Paul Spengemann photographiert.

 
 

 
YEVGENIYA SAFRONOVA

Yevgeniya Safronova beschäftigt sich mit grundsätzlichen Fragestellungen des Skulpturalen, wie dem Verhältnis des plastischen Volumens zum Raum, mit Oberfläche, Kontur, Wiederholung und Bewegung. Die Formen, die sie oftmals in Werkserien entwickelt, sind imaginär, enthalten jedoch Anklänge an die Natur oder vom Menschen Geschaffenes. Häufig weisen Safronovas Plastiken kristalline, waben- oder knotenartige Strukturen auf, andere erinnern an Schlingen oder Schlaufen. In kleinerem Format werden sie in Gips oder Kunststoff ausgeführt, in größeren Dimensionen in Epoxidharz. Schon seit ihrer Akademiezeit setzt sich die Künstlerin intensiv mit der raumverändernden Qualität von Skulptur auseinander, indem sie Plastiken schafft, die, anstatt sich frei im Raum zu entfalten, wie Wucherungen oder Ausstülpungen der architektonischen Hülle an Wänden, Fußböden oder Pfeilern haften. Großplastische Formfindungen veranschaulichen Safronovas bildnerische Vorstellungen in idealer Weise: Die komplexen Gebilde lassen skulpturale Landschaften entstehen, die, von verschiedenen Standpunkten aus betrachtet, immer wieder neue Konstellationen offenbaren.

Dr. Heike Baare

 
 

 
TOBIAS NINK

Es muss nicht immer alles direkt zu erschließen sein und es hat etwas Poetisches, wenn es sich der rationalen Welt entzieht. Das ist auch eine Qualität von Skulptur. Ein Möbel, in seiner Funktion als Möbel, ist für mich nicht interessant. Formal ist vielleicht Gefüge oder Färbung interessant, aber in erster Linie ist es das Objekt einer bildhauerischen Auseinandersetzung mit der Gegenwart. Auch ein sentimentaler Wert oder die Herkunft steht dabei nicht im Vordergrund. Das Versiegeln und Verkleben, wie das Zerschneiden befreit sie davon, zwar als brutaler, doch auch präziser Akt. Die Arbeit, die am Ende des Prozesses entsteht, ist nicht mehr das was es mal war. Sie trägt noch die Merkmale Ihres Ursprungs, jedoch sind diese in ihrer Funktion obsolet, es ist nicht mehr zu gebrauchen und wird zum autonomen Gegenstand, dem man durchaus eine Persönlichkeit und einen Charakter zusprechen kann. Es ist ein seltsam autonomes Individuum, das da in der gewohnten Wahrnehmungswelt aufgetaucht ist. Es erscheint merkwürdig vertraut, aber ist doch losgelöst aus dem Kontext des Normalen. Diese Andersartigkeit ist nicht klar zu erfassen.

Individuell, nicht durch einen erkennbaren Funktionszusammenhang, sondern eigenständig. Es bedarf nicht mehr des Nutzers oder eines Nutzens und entzieht sich ohne Rechtfertigung der rationellen Welt, aus der es stammte.

 
 

 
CHRISTOF SCHLÄGER

Sie dröhnen und flattern, trommeln, pfeifen, rappeln, heulen, zischen und machen allerlei schön-schauriges Getöse – die Geräuschmaschinchen, die der Herner Klangkünstler Christof Schläger aus industriellen Allerweltsobjekten zusammenfügt und computergesteuert zu akustischem Leben erweckt. „Geräusch Gestalten“ nennt der gelernte Verfahrenstechniker und Bauingenieur seine Klangskulpturen. Seit rund 20 Jahren baut Christof Schläger eigenwillige motorbetriebene Instrumente mit seriell angeordneten Schellen, Blechen, Saugventilen, Magneten, Schläuchen, Plastiktüten und ähnlichen Objekten aus dem Ersatzteillager des Alltags. Und komponiert, speziell für sie, kurze Klangsequenzen – inspiriert von Industrie- und Alltagslärm. „Der konkrete Raum ist enorm wichtig“, ob Industriebauten, Kirchen oder gewöhnliche Konzertsäle – ich spiele mit der vorhandenen Architektur und ihrer speziellen Akustik.“

Claudia Heinrich

 
 

 
RENATE NEUSER

Ich verwende für meine Objekte und Installationen verschiedenartige Materialien – Kunststoffe, Zellglas, Papier, Karton, Holz, Stoffe, Modelliermassen, Stearin, Holzleim, Silikon und Ähnliches. Dazu benutze ich Vorgefundenes, Alltagsgegenstände, Dekomaterialien, auch Stofftiere und andere Spielzeuge, sowie Möbelstücke als Sockel und Kontrastierung. Diese Dinge verarbeite ich spielerisch assoziativ. Sie werden zerschnitten, verklebt, gewachst, umwickelt, durchbrochen, kaschiert, ergänzt – insgesamt einem Veränderungsprozess unterworfen. Das Ungewöhnliche, Schöne, Hässliche, Geheimnisvolle und Sinnliche von Material wird zum Thema. Auf diese Weise entstehen organische Formen, die mit ihren Tentakeln und Auswölbungen, Öffnungen und augenähnlichen Zusätzen an fremdartige Lebewesen erinnern. Sie könnten einem fernen Mikrokosmos entstammen oder erdachte Frühstadien evolutionärer Prozesse sein – vielleicht geträumte oder gefürchtete Ergebnisse menschlichen Eingreifens in die Natur.

 
 

 
JANA KERIMA STOLZER

„Die Urbanität als Essenz ihrer Ästhetik macht das Virtuelle als Reales und das Reale als Ungreifbares sichtbar. Flüchtige Formen und Lichtimpulse, das Düstere der Nacht und der Glamour der Oberfläche spiegeln eine Lebenswirklichkeit, die nach visuellen Rückversicherungen verlangt. Ein Fluss von digital geprägter Information ohne Anfang und Ende wird zur Analogie für das Mega-Stadtleben überhaupt.“

Dr. Gail B. Kirkpatrick, Leiterin der Kunsthalle Münster

Von der Arbeit in das Vergnügen. Bilder, nichts als Bilder, bunt, groß, laut. Zeichen, zu schnell, sie zu entziffern, nichts greifbar, endloser Fluss. Verflüchtigung. Massive Bürogebäude als Konstante. Transparente Fassaden und doch verschlossen. Technik denkt neu und verortet. Unterhaltung als Industrie. Die Videoinstallation untersucht in einer der technisch fortschrittlichsten Städte das Phänomen der Digitalisierung, die Auslagerung des Lebens in eine virtuelle Welt.

 
 

 

 
GEORG MEISSNER

Da sind Zeichnungen auf Papier oder Baumwolle, undefinierbare Objekte und Objektkonglomerate, bestehend aus den unterschiedlichsten Materialien wie Textilien, Pappe, Papier, Holz, Gummi, Plastik. Nicht nur die Wände, auch der Fußboden sind bestückt und übersät mit Zeichnungen, Skizzenblättern, gesägten Formen, Assemblagen und Collagen. Dazu Fundsachen, absonderlichsten Gerätschaften und Utensilien aus dem Baumarkt oder einem Laden für Künstlerbedarf. Und all dies scheint in Bewegung zu sein. Wo ist ein fertiges Objekt oder eine fertige Zeichnung? Es sieht so aus, als sei noch nichts beendet. Und wie sich im Laufe des Gespräches auch schnell herausstellt, ist für Meissner keines seiner Werke wirklich fertig oder gar vollendet. Alles ist im Fluss, „Panta rhei“. Nie ist ein Werk für ihn abgeschlossen, selbst dann nicht, wenn es bereits in einer Ausstellung hängt, wie hier. Würde man ihn lassen, würde er auch hier ständig weitere Veränderungen vornehmen.

Die Gesamtschau würde sich während des Zeitraumes der Präsentation ständig verändern und wäre am Ende nicht mehr die, die wir heute hier sehen. Meissners Arbeiten sind das Ergebnis ständigen Experimentierens in seinem „Kunstlaboratorium“.

Prof. Dr. Manfred H. Wolff

 
 

 
DANUTA KARSTEN

»Die Künstlerin arbeitet nicht nach theoretischen Vorgaben, sehr wohl aber nach einer individuellen Strategie, mit der sie ihr Kunstwollen verwirklicht. Darin spielen z. B. Kalkül und Phantasie, Erfindung und Handwerk, Konstruktion und Dekonstruktion, Konzept und Realität, Freiheit und Nützlichkeit, Durchdringung und Freisetzung, Festigung und Vibration wichtige Rollen. Sie gestaltet mit formaler Simplizität eine große gedankliche Komplexität. Aus den Gegensätzlichkeiten werden Einheiten geformt, die nur als künstlerische Gebilde erfahrbar sind, nicht aber als Nutzobjekte des Alltags. Die Räume werden ebenso auf Zeit in Zustand des Kunstwerkes transformiert, das durch die Besetzung des Raumes jede andere Nutzung ausschließt. Karsten existenzialisiert den Raum. Dieser wird neu ausgerichtet. Er wird durch eine emotionale Raumaufladung in seiner Präsenz gesteigert. Die Werke sind die Resultate eines gerichtet agierenden Handelns, in denen der Zufall keinen Platz hat. Karsten sieht in ihrer Kunst auch einen Ordnungsfaktor, der sich in den Bereichen Ästhetik, Nutzungen, Gedanklichkeiten und stilistische Ausprägungen zeigt. In einer immer chaotischer werdenden Medienwelt gewinnen die Arbeiten somit auch einen politischen Charakter. Sie strahlen Ruhe aus, sie wirken trotz ihrer Fragilität von starker Nachhaltigkeit, sie zeigen Visionen einer anderen Wegeführung auf. Sie sind die Träume des Wirklichen zur Überwindung der Wirklichkeiten.«

Dr. Dieter Ronte

 
 

 
SUSAN FEIND

Künstlerisch, konzeptuelle Auseinandersetzung mit unseren Ernährungsgewohnheiten am Beispiel des Huhnes.
AUS DER SERIE HUHN - Die Porträtaufnahmen der Hühner sind eine intensive Auseinandersetzung mit der Einzigartigkeit und Persönlichkeit des einzelnen Huhnes.
DAS EI IST KUNST 365 EIER - Die Videoarbeit 365 Eier thematisiert die Verschiedenartigkeit von freiwillig und in vollkommener Zufriedenheit gelegten Naturprodukten.
Die Arbeit besteht derzeit aus 4 Teilen, wovon 2 bereits abgeschlossen sind.
Das Ei ist Kunst Teil 1 (abgeschlossen)
Das Ei ist Kunst Teil 2 365 Eier (abgeschlossen)
Zwei sorgenfreie Leben
Aus der Serie Huhn

 
 

 
STEPHANIE ABBEN

Ich sammle jede Art von Häuslichkeiten, Behausungen oder Wohnräumen mit vorübergehendem Charakter und trage dann malerisch diesen Zivilisationsmüll zusammen: Menschliche Hinterlassenschaften, Brachliegendes, Überwuchertes, Vergessenes, Unbenutzbares, Zerstörtes. Gesammelte Eindrücke aus eigenen Fotos und Zeitschriften werden im Atelier collagenartig zu einem Gesamtbild verdichtet. Ich entwerfe mit der Malerei eine eigene Bildästhetik von landschaftlichen und urbanen Motiven; eine sogenannte Daseins-Ungreifbarkeit vormals belebter, aber nun verlassener oder zerstörter Orte. Mich fasziniert die Fokusverschiebung auf brachliegende „Leerstellen“ im sonst so schönen landschaftlichen Anblick. Mein malerisches Eindringen in gegebene Räume erarbeitet eine eigene Szenerie, in der die ursprünglichen Handlungen und Ereignisse herausgelöscht werden, so dass genaue Lokalitäten kaum noch identifizierbar sind.

 
 

 
THORSTEN SCHOTH

In meinen Arbeiten beschäftige ich mich immer wieder mit der Suche nach der ästhetischen Grenze zwischen Bildhauerei und Malerei und vor allem deren Aufhebung. Hierfür setze ich mich mit Farbe, Objekt und ihrer Beziehung zu einander auseinander. Momentan experimentiere ich mit zwei verschiedenen Methoden: Einerseits werden die durch langwierige Arbeitsprozesse entstandenen Objekte direkt mit Farbe gefasst. Andererseits wird Farbe im Raum genutzt, so dass eine Farbatmosphäre entsteht und die Objekte in eine schimmernde Reflektion gehüllt werden. Durch diese Methoden bekommen die Objekte eine malerische Qualität und verlieren jegliche Materialität. Gleichzeitig nimmt die Farbe einen dreidimensionalen Charakterzug an – sie verlässt die Fläche und beginnt im Raum zu schweben. Meine Motive entnehme ich aus dem Alltag. Sie werden isoliert und frei gestellt aus ihrem Zusammenhang wieder gegeben und erzeugen so merkwürdige, den Betrachter verunsichernde, Situationen.

 
 

 
ALEXANDER VOSS

Alexander Voß ist ausgehend von der Zeichnung zur Umsetzung der Linie mit verschiedenen Materialien gelangt. Die Übersetzung in das Material des Bildträgers erfolgt bewusst, nicht zufällig. In den weiß beschichteten Spanplatten, setzt er mit den Bruchlinien seine Zeichen, die sich filigran und doch brachial ausfransend in das Weiß der Oberflächen eingraben. Bei seinen Arbeiten aus Glas bilden, wie bei den Spanplatten, die Bruchlinien die Zeichnung, die durch die Transparenz dem Betrachter nicht entgegentritt, sondern mit dem zweiten Blick entdeckt werden muss. Alexander Voß setzt seine Zeichen unmittelbar mit dem Material um und gibt uns Zeichnungen von großer Klarheit und Poesie.

 
 

 
KATRIN WEGEMANN

Das Veränderbare, das Prozesshafte, die Unbeständigkeit stellen zentrale Themen im Werk von Katrin Wegemann dar. Die ausgestellten Skulpturen verkörpern das Spiel der Kräfte Gravitation und Balance in Momenten des Haltens und Fallens. Die Arbeit 8:8 steht zentral im Raum. „Die von Wegemann zitierte Balkenwaage codiert eine Messbarkeit: Sie stellt überhaupt erst die Möglichkeit des Maßes dadurch her, dass sie eine Vergleichbarkeit zwischen einem Gewicht und einem anderen schafft. Das ist die Codierung, das Maß der Balance der Gewichte: Ein Pfund Birnen entspricht einem Kilo Äpfel – oder einem Wert von einem Euro. Wenn man das genormte Gewichtsmaß von einem Pfund in die eine Schale legt, kann man in die andere die entsprechende Menge Birnen hinein legen. Doch es gibt nie ein absolutes Gleichgewicht (...) es gibt stets nur Äquivalenzen, Balancen, Annäherungen – aber nie ein stabiles Gleichgewicht.“1 An der Wand hängen Objekte, die aus Glas und Gummi zusammengesetzt sind. Sie zeichnen sich zum einen durch den Kontrast aus transparentem, hartem mundgeblasenen Glas und der opaken, weichen Textur des Gummis aus. Gemeinsames Element beider Materialien ist stets die Luft; zum einen verwendet in der Produktion des Glases und so in diesem noch immer enthalten und zum anderen als Bestandteil des Schlauches als dessen Füllung. Die beiden Teile halten ausschließlich durch ihre eigenen Verbindungspunkte zusammen, mit Entweichen der Luft wäre beispielsweise die Verbindung zerstört. 1 Knut Ebeling, Kugeln Körner Kontingenzen, Äpfel mit Birnen, Reutlingen 2014

 
 

 
LATEFA WIERSCH

Meine Arbeiten thematisieren die Beseelung, das Lebendigwerden von Dingen. Ich interessiere mich für das Unheimliche im Heimeligen und Vertrauten. In meinen Installationen zeige ich Skulpturen und Objekte aus Alltagsgegenständen, Kleidung und Möbeln, die einen Bezug zum Menschen und zum Körper haben. Durch das Transformieren der Dinge versuche ich, sie zu „animieren“, also zum Leben zu erwecken. Oft wirken die Dinge dadurch lebendig, dass sie in ihren organischen Formen an den Körper erinnern. Besonders spannend ist für mich darüber hinaus die Arbeit mit Masken und Puppen, die durch ihre Ähnlichkeit mit der menschlichen Figur den Anschein haben, als seien sie keine leblosen Objekte, sondern eigenständige Subjekte. Teil der aktuellsten Installationen ist neben den Skulpturen jeweils eine Stop- Motion-Animation. In diesen Arbeiten thematisiere ich ganz konkret, wie Puppen zum Leben erwachen, was einen Teils komischen, teils grotesken Effekt hat. Thema meiner Arbeit ist aber nicht nur das Anthropomorphe, sondern im Umkehrschluss auch der Mensch, der zum Objekt, zum Ding wird und damit die Vergänglichkeit des Körpers.

 
 

 
Einige Impressionen von der Ausstellungseröffnung:

Anett Frontzek, DEW21 Kunstpreisträgerin 2014
Blick in die Einzelausstellung, Dortmunder U, Ebene 6, 2015
"Rundblicke", "Ost-Seestücke" und "Ein immaterieller Vorschlag auf Weiß zu wandeln".

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


Bewerbungsanschrift

Hassinger & Spiler
visuelle konzepte
Stichwort: DEW21 Kunstpreis 2017
Tullstraße 12
44263 Dortmund

Logo: DEW21